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Die Physiologie der Kopfhaut

Die Kopfhaut bezieht sich auf den Teil der Haut, der den Kopf bedeckt. Dieser durchgehende, flexible und widerstandsfähige Belag ist aus mehreren Schichten aufgebaut. Er ist der lebende Teil des Haares, der in seine Oberflächenschicht implantiert wird.

Bei Erwachsenen ohne Haarausfall misst die Kopfhaut zwischen 600 und 700 cm². Mit 2.500 Rezeptoren pro Quadratzentimeter ist es ein extrem empfindlicher Teil unseres Körpers.

Er beherbergt 100.000 bis 150.000 keratinhaltige Härchen. Diese Zahl variiert von Person zu Person.

Sie besteht aus einem schützenden Gewebe an der Oberfläche (der Epidermis) und einem nährenden Stützgewebe in der Tiefe (der Dermis), das zahlreiche Blutgefäße enthält, aus denen die Haarwurzel (der Haarfollikel) eine Austauschzone entwickelt hat, um die Lebensenergie des Haares zu beziehen.

Es ist sehr wichtig, dass die Kopfhaut, also der Bereich, in dem die Haarwurzel implantiert wird, gesund ist und die für das Haarwachstum notwendigen Nährstoffe liefert.

Eine gesunde und ausgeglichene Kopfhaut ist in der Lage, schönes Haar voller Vitalität wachsen zu lassen. Sie ist auch eine Kopfhaut, die ihre Funktionen als physikalische Barriere und Wärmeisolator erfüllen kann.

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Das Leben eines Haares

Es ist wichtig, den Lebenszyklus der Haare zu kennen, um die Faktoren zu verstehen und zu fördern, die für eine gute Haargesundheit wichtig sind.

Das Haarkapital eines jeden Menschen besteht aus 25 Haarzyklen, die auf ein ganzes Leben programmiert sind.

Wie laufen die 3 aufeinanderfolgenden Phasen eines Zyklus ab: die Anagenphase, die Telogenphase und die Katagenphase? Und was sind die Herausforderungen eines regelmäßigen und konstanten Zyklus?

Die Kopfhaut: ein komplexes Gleichgewicht

Ein Querschnitt durch die Kopfhaut zeigt mehrere Schichten.

Die Epidermis ist eine sehr dünne Schicht, die 1/10 eines Millimeters misst. Sie verbindet sich mit der darunter liegenden Dermis zur äußeren Epithelscheide, die somit mit der eigentlichen Epidermis verbunden ist. Wie die Epidermis ist sie aus mehreren Zellschichten aufgebaut.

Die Dermis ist ein sehr vaskulärer Bereich der Kopfhaut. Sie ist dick und misst im Durchschnitt 2,5 Millimeter. Hier befindet sich die Wurzel des Haares: der Haarfollikel. Umgeben von einem reichhaltigen Gefäßnetz, profitiert er von einer großen Energiezufuhr, die für das Haarwachstum und die Förderung des Überlebens und der Zellerneuerung unerlässlich ist.

Die Unterhaut besteht aus Fettgewebe, in dem sich die Haarwurzel tief unten (3,5 Zentimeter von der Oberfläche) befindet.

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Haar: von der Wurzel bis zur Spitze

Der Haarfollikel befindet sich in der Dermis. Er kann als „Sack“ beschrieben werden, der das Haar enthält. Er ist die Matrix des Haares, der Bereich, in dem die Zellteilung aktiv ist. Als echtes Miniaturorgan produziert er ständig Zellen, aus deren Ansammlung und Verhornung der Haarschaft entsteht.

Die Haarwurzel liegt schräg in der Kopfhaut.

Der Boden der Haarwurzel wird von einer reich vaskularisierten und innervierten Follikelpapilleausgehöhlt. Er empfängt Hormone, leitet Signale an die Keratinozyten weiter und versorgt das Haar mit Vitaminen und Sauerstoff.

Wenn die Durchblutung in der Papille aktiv ist, ist das Haarwachstum schnell. Wenn der Kreislauf nicht aktiv ist, verlangsamt sich das Wachstum. Die Zerstörung der Papille führt zu dauerhaftem Haarausfall und zum Absterben des Haarfollikels.

Der Haarfollikel ist auf die Produktion von 25 Haaren programmiert, was den 25 Haarzyklen entspricht, die ein Mensch in seinem Leben hat.

An der Haarwurzel schließt sich die Talgdrüse an, die Talg produziert.

Diese komplexe Emulsion aus Wasser, Schweiß und Talg ist der wesentliche Bestandteil des HLF (Hydrolipidfilm). Die Oberfläche von Haar und Kopfhaut wird von diesem Schutzfilm umhüllt. Er bekämpft das Eindringen von Fremdstoffen (UV-Strahlen, Verschmutzung usw.) und reguliert die Feuchtigkeitsversorgung, indem er den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) verhindert. Er ist auch für das weiche und seidige Aussehen des Haares verantwortlich.

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Der Haarschaft ist der freie und sichtbare Teil des Haares. Sein Durchmesser reicht von 70 bis 100 Mikrometer.

Er besteht aus 95% Keratin, einem faserigen Protein, das durch Ketten von Aminosäuren gebildet wird, die von Zellen am Boden des Haarfollikels synthetisiert werden. Zu einer Helix verdreht, bildet es das Skelett des Haares. Dadurch erhält das Haar seine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit und Elastizität. Dank ihm ist das Haar, trotz seiner Dünne, extrem stark.

Der Haarschaft hat mehrere Eigenschaften: Elastizität, geringe Beständigkeit gegen chemische Mittel, gute mechanische Beständigkeit, hohe Wasseraufnahmefähigkeit, Beständigkeit gegen biologische Mittel und elastische Eigenschaften.

Im Inneren gibt das Vorhandensein von Melanin, dem natürlichen Pigment der Haut und des Haares, dem Haar seine Farbe.

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Der Haarschaft ist in drei konzentrische Schichten unterteilt: das Mark, umgeben von der Rinde, die wiederum von der Schuppenschicht der Haare umhüllt ist.

• Die innere Schicht: die Medulla befindet sich im Zentrum und hat keine spezifischen physiologischen Eigenschaften. Sie ist in reifen Haaren vorhanden.

• Die mittlere Schicht: der Kortex ist der wichtigste und dickste Teil des Haarschafts. Er selbst besteht aus mehreren Schichten pigmentierter Keratinzellen, die durch interzellulären Zement zusammengehalten werden, der den starken Zusammenhalt der Haarzellen und die Undurchlässigkeit des Haares gewährleistet. Der Kortex macht 80% des Haares aus und verleiht ihm seine Struktur und Farbe.

• Die äußere Schicht: die Schuppenschicht der Haare. Geschützt wird das Haar durch die Schuppenschicht der Haare, die aus schützenden Schuppen besteht, die wie Dachziegel ineinander greifen. Sie werden von einer dünnen Talgschicht ummantelt, die für den Glanz des Haarschafts sorgt. Die Schuppen wirken als transparenter Schutz und verleihen dem Haar Glanz und Geschmeidigkeit.

Die Zellerneuerung der Kopfhaut dauert 14 Tage. Sie kann jedoch im Falle einer Entzündung beschleunigt werden.

Die physiologischen Funktionen der Kopfhaut

Die Kopfhaut spielt 2 Hauptrollen

 Sie beherbergt die Haarfollikel, aus denen das Haar geboren wird und die für sein Wachstum sorgen.

Sie wirkt wie eine echte physikalische Schutzbarriere 

Die Lage der Haarfollikel

Die Kopfhaut unterscheidet sich von der Körperhaut durch die Fülle der enthaltenen Haarfollikel, die Größe der Haare sowie die Anzahl und das Volumen der Talg- und Schweißdrüsen. Sie hat auch ein reiches Nerven- und Gefäßnetz, das notwendig ist, um die Substanzen zu liefern, die für das Wachstum von starkem Haar notwendig sind.

Sie ist ein wahres Reservoir an Haarfollikeln, die in sehr großer Zahl in der oberflächlichen Schicht untergebracht sind. Im Durchschnitt sind es zwischen 100.000 und 150.000.

An der Basis des Haarfollikels befindet sich eine Vielzahl von kleinen Blutgefäßen, die Durchblutung. Ihre Aufgabe ist es, Blut zu den Haarwurzeln zu transportieren, um sie mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen, die für das Wachstum von starkem, gesundem und federndem Haar unerlässlich sind.

Es ist dieser enge Durchgang, der es den Haarwurzelzellen, den Keratinozyten, ermöglicht, kontinuierlich die Bestandteile der Haarfaser zu produzieren.

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Eine echte physikalische Schutzbarriere

Genau wie die Haut erfüllt auch die Kopfhaut eine Vielzahl von Funktionen.

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• Eine physikalische Barriere: Die Kopfhaut schützt das innere Milieu effektiv vor der äußeren Umgebung und vor Austrocknung. Der Hydrolipidfilm auf der Oberfläche der Kopfhaut wirkt wie ein Schutzschild gegen Aggressionen und reguliert die Feuchtigkeitsversorgung. Er begrenzt die Hauttrockenheit und schmiert das Haar. Er verleiht dem Haar ein weiches, seidiges und glänzendes Aussehen.

• Immunologischer Schutz: Das HLF hat einen natürlich sauren pH-Wert, der vor Aggression, Strahlung und Mikroorganismen schützt.

• Ein thermischer Isolator: Die Kopfhaut ist in den Mechanismus der Temperaturregulierung des Körpers eingebunden. In der Tat produziert und leitet sie Wärme ab, um eine konstante Innentemperatur von 98,6 °F zu halten.

• Schweißaktionen: Schwitzen trägt zu dieser Wärmedämmung bei. Es handelt sich um ein Phänomen, das im Wesentlichen darin besteht, dass die Wärme dank des Mechanismus, der Wasser von der Hautoberfläche und somit von der Kopfhaut verdampft, abgeleitet wird.

• Die Talgfunktion: Die Talgdrüse, die am Haar befestigt ist, sondert Talg ab, den wesentlichen Bestandteil des Hydrolipidfilms (HLF) der Oberfläche. Indem sie die Trockenheit der Kopfhaut begrenzt, sorgt sie für eine bakterientötende Funktion und schmiert das Haar. Sie spielt daher eine schützende Rolle für die Kopfhaut.

Die Kopfhaut ist wirklich ein Organ, das gepflegt werden muss. Die Gesundheit und Schönheit der Haare hängen davon ab.

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